Echte Solidarität braucht kein Logo
Am vergangenen Wochenende haben wir mit einem Umsonstflohmarkt-Stand bei KWP auf dem Pfaffgelände teilgenommen – ein schönes Beispiel dafür, wie lebendig und solidarisch unsere Stadt sein kann. Unser Ziel war simpel: Dinge weitergeben statt wegwerfen, Ressourcen teilen statt anhäufen, Begegnungen schaffen statt Preise zu verhandeln.
Schon kurz nach Beginn füllte sich der Platz. Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten kamen vorbei: Studierende auf der Suche nach einem Kochtopf, Familien, die Kinderkleidung brauchten, ältere Nachbar*innen, die Geschichten und Erinnerungen mitbrachten – und viele, die einfach neugierig waren, wie ein Markt ohne Geld funktioniert. Immer wieder hörten wir denselben Wunsch: „Bitte mehr von solchen Veranstaltungen!“
Wichtig war auch: Parteien waren ausdrücklich nicht erwünscht. Deshalb traten wir ohne Logo und ohne Parteizeichen auf – nicht, um Werbung zu machen, sondern weil uns die Sache am Herzen liegt. Wir waren dabei, weil wir überzeugt sind, dass soziale und ökologische Fragen zusammengehören. Was wir konsumieren – und was wir wegwerfen – ist politisch. Weiter schenken statt wegwerfen spart Ressourcen, vermeidet Müll und entlastet Menschen mit schmalem Budget. Es macht sichtbar, dass ökonomische Fragen (Wer kann sich was leisten? Wie verteilen wir Güter fair?) und soziales Miteinander (Wie kommen wir ins Gespräch? Wie unterstützen wir einander?) kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig stärken.
Zwischen Kleidung, Büchern, Spielzeug und Haushaltsdingen entstand ein Ort des Austauschs. Menschen gaben ab, was sie nicht mehr brauchten, und nahmen mit, was ihnen weiterhilft – ohne Kasse, ohne Bedingungen, ohne Scham. Kinder probierten Spielsachen aus, Nachbar*innen verabredeten sich für Reparaturtreffen, und am Rand wurde erklärt, wie man kaputte Dinge wieder flottbekommt. Aus Gegenständen wurden Geschichten, aus Fremden wurden Bekannte.
Unser Fazit: Echte Solidarität braucht kein Parteilogo. Sie zeigt sich im Tun – dort, wo wir Teilen vor Profit stellen und Gemeinschaft vor Konsum. Wir danken KWP und allen Helferinnen für die Organisation und allen Besucherinnen fürs Mitmachen.
Und wir bleiben dran: Mehr Umsonstflohmärkte, mehr Räume für gelebte Solidarität. Wer beim nächsten Mal mitorganisieren oder einen eigenen Stand machen möchte, meldet sich gern bei uns. Gemeinsam schaffen wir Orte, an denen niemand ausgeschlossen wird – und an denen die Zukunft schon ein bisschen nachhaltiger beginnt.

